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Unser Dojo “Sekibu-Kai”

Wir möchten Dir auf dieser Seite die Bedeutung des japanischen Namen “Sekibu-Kai” und deren Schriftzeichen ein wenig näher bringen.

Eine direkte wörtliche Übersetzung aus dem Japanischen ins Deutsche, ist gerade - wenn es um Eigennamen geht - nur schwerlich möglich. Hierbei gilt es eher eine Sinnentsprechende und interpretationsfähige Deutung, bzw. Herleitung zu finden, mit dem der gewählte Name beschrieben werden kann:

Japanisch gewählte Eigennamen werden - anders als beispielsweise in Deutschland üblich - nicht aus sich zusammenfügenden Wörtern gebildet, sondern vielmehr aus den trefflichsten Aspekte / Umschreibungen von Teilbereichen.

Kanji_Seki_47_60pxSeki

Der erste Wortteil “Seki” steht für Stein, bzw. Edelstein. Dabei ist weniger die Bedeutung des Edelsteins als “edel” oder “wertvoll” gemeint, obgleich natürlich die regionale Gebundenheit zum Standort “Idar-Oberstein” hervorgehoben und betont werden soll, sondern viel mehr die Sinndeutung des Begriffs “Edelstein” an sich!

Ein Edelstein ist etwas, was tief in der Erde verborgen liegt, etwas das in seiner Ausgangsform mit dem späteren Endprodukt und dessen Reinheit, Schönheit und Einzigartigkeit wenig gemein hat. Um einen Edelstein zu gewinnen / finden / bergen, braucht es viel Zeit, Mühe und Arbeit. Gleiches gilt für die Kampfkünste (bsp. Jiu-Jitsu). Um deren Reinheit, Schönheit und Einzigartigkeit (Effektivität, Ästhetik und Kunst) ans Licht zu bringen, bedarf es ebenfalls eines hohen Maßes an Zeit, Mühe und Trainingseifer!

Was dem Schüler am Anfang seines Trainingsverborgen bleibt, tut sich ihm erst nach jahrelangem, hartem, fleißigem und engagierten Training auf!

Wie der Stein = Schüler sich selbst entwickelt hängt, wie in der Natur auch, von ihm selbst und von den äußeren Einflüssen ab. Der Schleifer = Sensei hilft nur dabei, das berets vorhandene “Rohprodukt” in eine angemessene Form zu bringen, die guten Seiten zu betonen und herauszuarbeiten, sowie die weniger guten weitestgehend auszumerzen. Gelingt es ihm, hat er einen wunderschönen Edelstein geschaffen / gefördert.

Kanji_Bu_64_60pxBu

Der zweite Wortlaut “Bu”, den viele vielleicht aus Begriffen wie “Budo oder Bushido” kennen, stellt die Assoziation zu unserer Kampfkunst dar. Auch wenn die meisten Europäher diesen Begriff mit “Krieg und Militär” übersetzen würden, so stimmt das nur bedingt. In erster Linie steht es für Eigenschaften wie: “stark, mutig, tapfer, hart oder kräftig” ein, die stets in einer engen Anlehnung zum Budo aufgefasst und gesehen werden. Das “Bu” stellt somit die direkte Verbindung zu einer / unseren Kampfkunst her.

Kanji_Kai_54_60pxKai

“Kai” würde man mit Schule übersetzen und verleiht somit dem angestrebten Namen eine eindeutige Richtung. Ein Zusammenschluss von Menschen, die sich dem Budo verschrieben sehen und in enger Bindung zu einer regionalen Gegebenheit auftreten.

 

Die sieben Grundhaltungen / Tugenden

Aus dem historischen, konfuzianischen Gedankengut übernahmen die ersten Sanurai sieben Grundhaltungen (Chu = Loyalität dem Clan, der Familie und vor allem seinem Herrn gegenüber, Gi = Beachten der Sitte und Etikette, Yin = Bekenntnis zu den Tugenden Empfindsamkeiten, Rei = die Höflichkeit, Shin = die Aufrichtigkeit, Chi = die Weisheit, Gi = Gerechtigkeit).

In einem späteren Versuch, diese Grundhalten / Tugenden / Wegweiser der frühzeitlichen Samurai in den modernen Bushido / Budo”sport” zu übernehmen; entlehnte man fünf dieser Grundhaltungen, die entsprechend den einzelnen Schulen und der dort gelehrten Schwerpunkte untereinander variierten.

Für unser Dojo stehen sechs dieser Grundhaltungen. Für uns sind es weder sieben noch fünf, weil wir uns als Bindeglied zwischen Historie und Moderne verstehen. Einerseits wird in unserem Dojo das Einhalten der Etikette, der Dojokun sowie das Zeremoniell sehr hoch eingeschätzt und somit das alte Gedankengut wertgeschätzt; gleichwohl ist unsere Kunst aber nicht ausschließlich auf dem traditionellen Weg eingefahren, auch Impressionen der Moderne (Angriffe, Haltungen und Handlungen) spielen mit ein, womit ein Bezug zur heutigen Praxis / Realität angestrebt wird.

Für uns alle (Sensei, Yudansha, Sempai, Mudansha), für unser Dojo und alle die dort den Weg des Jiu-Jitsu gehen, erlernen oder lehren möchten, gelten die nachfolgenden Grundhaltungen:

Kanji_Gi_73_60pxGi = Gerechtigkeit

Jeder sollte in der Lage sein, Recht von Unrecht zu unterscheiden und stets gerecht zu denken und vor allem zu handeln.

 

Kanji_Jin_55_60pxJin = Menschlichkeit

Jeder Mensch ist gleichgestellt und sollte, gleich welcher sozialen Stellung, geschätzt und geachtet werden. Menschlichkeit siegt im Kampf über die Boshaftigkeit!

 

Kanji_Makoto_56_60pxMakoto = Offenheit / Wahrheitsliebe

Die stetige Offenheit zu sich selbst und anderen ist im Training, sowie im Leben unabdingbar und fester Bestandteil der Etikette.

 

Kanji_Yu_86_60pxYu = Mut / Hingabe / Aufopferung

Den Mut zu haben sich allen Anforderungen / Herausforderungen im Leben zu stellen, mit Hingabe diese zu vollenden und aufopfernd dafür einzustehen!

 

Kanji_Rei_53_60pxRei = Höflichkeit

Zwingende Etikette nicht nur im Dojo, sondern im Leben. Achte den Menschen, sein Leben und seine Leistungen und das ohne Arg!

 

Kanji_Chugi_67_60pxChugi = Treue / Loyalität

Uneingeschränkt gegenüber seinem Dojo, Sensei, Yudansha, Sempai und allen Trainingspartnern!